Aktienarten die man in seinem Aktiendepot haben sollte

Gemeint ist nicht der Unterschied zwischen einer Siemens-Aktie und einer Telekom-Aktie. Sondern es gibt verschiedene „Aktienarten“, mit denen bezugnehmend auf Dividende, außerordentliche Erträge, Emissionskurs, Bezugsrecht usw. unterschiedliche Rechte und Pflichten verbunden sind.

Die gebräuchlichste und übliche Form von Aktien sind Stammaktien. Wenn Sie über den Börsenmakler Ihrer Wahl Aktien kaufen, dann werden Ihnen im Normalfall Stammaktien ins Depot gebucht.


Sie müssen sich also nicht nur darüber im Klaren sein wann Sie Aktien kaufen sollten oder wann der Beste Zeitpunnkt ist um Aktien zu verkaufen. Sie müssen sich vorher schon entscheiden, welche Art von Aktien Sie sich in Ihr Aktiendepot legen wollen.

Egal wofür Sie sich entscheiden, allen Varianten von Aktien bleibt eines gemeinsam: Sie können mit trading Geld verdienen. Und es macht sich bezahlt, in Wertpapiere als langfristige Geldanlage zu investieren.

Stammaktien

Stammaktien sind eine generelle gute Wahl um mit Aktien Geld verdienen zu können. Hier kurz und bündig die wichtigsten Eigenschaften von Stammaktien erklärt.


Als Besitzer einer Stammaktie haben Sie folgende Rechte:

  • Sie sind an einer Gewinnausschüttung beteiligt (Dividende – soferne diese beschlossen und genehmigt wurde)
  • Sie dürfen an der jährlichen Hauptversammlung teilnehmen
  • Sie haben ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung

Theoretisch bestimmen Sie mit

  • ob Vorstand und Aufsichtsrat entlastet werden
  • wie sich der Aufsichtsrat zusammensetzt
  • wie hoch die Dividende ausfällt
  • wie hoch das Dividendenwachstum ausfällt

Aber:
Das Stimmrecht richtet sich nach der Zahl der Aktien, die Sie im Depot haben – es ist proportional zur Gesamtzahl aller ausgegebenen Aktien.

Sie werden also mit beispielsweise 500 Telekom-Aktien angesichts von insgesamt hunderten Millionen ausgegebener Anteilsscheine die wirtschaftliche Vorgehensweise des Unternehmens nicht wirklich beeinflussen können.

Dieses eingeschränkte Stimmrecht werden Sie wohl locker verkraften. Ein anderer Aspekt könnte deutlich schmerzhafter werden: Besitzer von Stammaktien sind im Normalfall die Letzten, die bei einem Bankrott der Aktiengesellschaft einen Anspruch auf vorhandene Restgelder bekommen.

Vorzugsaktien

Inhaber von Vorzugsaktien werden im wahrsten Sinne des Wortes bevorzugt. Offiziell werden sie mit bestimmten Vorrechten ausgestattet.

Um welche Art von Vorrechten es sich handelt (z. Bsp. bevorzugte Auszahlung von Dividenden, höhere Auszahlung von Dividenden oder Erlöse im Falle eines Bankrotts), wird von jedem Unternehmen selbst festgelegt.

Vorzugsaktionäre müssen im Ausgleich zu diesen Vorrechten auf ihr Stimmrecht verzichten. Sie haben nicht einmal ein Wortmeldungsrecht auf der Hauptversammlung.

Ob Stammaktie oder Vorzugsaktie. In jedem Ball braucht es einen geeigneten Broker, um die gewünschten Wertpapiere ins eigene Depot zu bringen.

Stand auf diesem Papier (der Aktie) kein Name, so war der Besitzer des Papieres automatisch Inhaber des Wertpapieres und übernahm alle damit verbundenen Rechten und Pflichten.

Der Vorteil einer Inhaberaktie liegt somit auf der Hand. Die Übertragung dieser Wertpapiere von einer Person zu anderen erfolgt schnell und problemlos: ein Aktieninhaber übergibt (verkauft) seine Papiere dem neuen Käufer. Somit ist der Käufer sofort neuer Aktienbesitzer und auch neuer Inhaber dieser Papiere.

An diesem Prinzip hat sich durch die Digitalisierung nichts geändert.

„Wie kauft man Aktien?“ Die Basics zum gelungenen Aktienkauf!

Ist ein Wertpapier namentlich weder auf eine natürliche noch auf eine juristische Person registriert, wird es transferiert, indem das Papier elektronisch weitergegeben wird. Das erledigen Broker oder Banken für Sie. Genau wie eine Geldüberweisung. Haben Sie also eine Aktie gekauft, dann sind Sie auch schon der Inhaber.

Damit bleibt der „neue“ Aktienbesitzer natürlich nicht wirklich anonym. Verkaufs- bzw. Kauforder sind dokumentiert, die Aktien werden einem Wertpapierdepot zugeordnet.

Schließlich wollen Sie (als Aktieninhaber und Trader online) ja Ihre Dividendenzahlungen kassieren, auch wenn Sie „nur“ namenlose Inhaberaktien besitzen!

Die Aktiengesellschaft hat allerdings keine Ahnung, welche Person tatsächlich gerade im Besitz der ausgegebenen Anteilsscheine ist!

Die meisten europäischen Aktienunternehmen setzen überwiegend auf Inhaberaktien. Britische und US-amerikanische Unternehmen bevorzugen (stark beeinflusst durch 9/11) das System der Namensaktie.

Namensaktien

Bei Namensaktien wird jedes Wertpapier namentlich einer ganz bestimmten (natürlichen oder juristischen) Person zugeordnet. Exakt diese Person ist auch Inhaber der Aktie.

Die Zuordnung erfolgt durch die Eintragung des Aktionärsnamens in das Aktienregister der Aktiengesellschaft.

Als Basisinformationen müssen Name, eine Adresse, natürlich die Zahl der gekauften Aktien, die investierte Summe und das Geburtsdatum des Käufers (nur bei natürlichen Personen) angegeben werden. Bedenken Sie das, wenn sie diese Art von Aktien kaufen.

Wechseln die Aktien den Eigentümer, erfolgt eine Eintragung im Aktienregister. Für die Aktiengesellschaft gilt immer nur derjenige als Aktionär, der im Aktienregister eingetragen ist.

Vorteile Namensaktien:

Das Unternehmen „kennt“ seine Aktionäre und auch die Aktionärsstruktur. Als Inhaber von Namensaktien dürfen Sie hin und wieder Post „Ihres“ Unternehmens erwarten. Z. Bsp. eine Einladung zur Hauptversammlung.

Ist der Kauf von Namensaktien schwieriger oder teurer als der Kauf von Inhaberaktien?

Einfache Antwort: Nein.

Im Grunde macht es keinen Unterschied, ob Sie Namensaktien oder Inhaberaktien bei Ihrem Broker oder über Ihre Bank ordern. Denn wie gesagt: Auch beim Kauf von Inhaberaktien bleiben Sie nicht wirklich anonym.

Der Weg zu Ihren Daten wird für Behörden (falls diese aus welchen Gründen auch immer danach suchen) nur etwas steiniger.

Noch etwas haben Inhaberaktien und Namensaktien gemeinsam: in beiden Fällen sollten Sie als Langzeitinvestor auf das Dividendenwachstum achten, um „sichere Aktien“ zu haben, die Ihnen auf Grund ihrer eher geringen Schwankungsbreite im Kurs ruhige und erholsame Nächte bescheren. Eine der erfolgreichsten Arten, wie Sie Ihr Geld vermehren können.

Vinkulierte Namensaktien

Vinkulierte Namensaktien unterliegen einer besonderen „Einschränkung“: Sie können nur dann veräußert werden, wenn die Aktiengesellschaft die Zustimmung für einen Verkauf gibt!

Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist logisch und verständlich: Unerwünschte Kaufinteressen werden somit unterbunden.

In einigen Branchen (Rüstungsindustrie, Luftfahrt) sind vinkulierte Namensaktien sogar gesetzlich vorgeschrieben.

In Deutschland ist z. Bsp. die Lufthansa Aktie betroffen. Ein Teil der ausgegebenen Aktien ist vinkuliert und kann somit ohne Zustimmung des Vorstandes nicht verkauft werden.

Sie sehen, Aktien Vorteile und Nachteile kann man nicht nur nach ihrem Kurs, sondern auch nach ihrer „Art“ unterscheiden.

In einem Punkt unterscheiden sich die verschiedenen Aktienarten allerdings nicht: Sie sind und bleiben eine ausgezeichnete Kapitalanlage – wenn man auch das nötige Durchhaltevermögen aufbringt.