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Kredite & Darlehen

Pfandkredit: So funktioniert Leihen gegen Faustpfand in DE, AT und CH

Redaktion · 17. August 2026

Bankberater und junges Paar unterschreiben einen Kreditvertrag am Schreibtisch
Bargeld gegen Schmuck, Uhren oder andere Werte – ohne Ratenkredit und typischerweise ohne Schufa in Deutschland. Was du über Zinsen, Laufzeit und Rückkauf wissen solltest.
Empfehlung der Redaktion

Vertrag lesen, bevor du unterschreibst

Zins, Gebühren, Laufzeit und Versteigerungsfrist stehen im Pfandvertrag. In Deutschland sind monatliche Zinsen gesetzlich gedeckelt – trotzdem lohnt der Blick auf die Gesamtkosten bis zur Einlösung.

Pfandhäuser-Verzeichnis öffnen

Du brauchst kurzfristig Bargeld, hast aber keinen Ratenkredit oder willst keinen neuen Vertrag mit Schufa-Abfrage? Ein Pfandkredit (auch Pfanddarlehen) funktioniert anders: Du hinterlegst eine Sache als Faustpfand – Schmuck, Uhren, Elektronik oder andere Werte – und erhältst dafür ein Darlehen in bar. Löst du den Betrag innerhalb der vereinbarten Frist ein, bekommst du den Gegenstand zurück. Wird nicht eingelöst, kann das Pfand versteigert werden.

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Kein Lifestyle-Tipp, sondern Notliquidität. Pfandhäuser sind keine Goldhändler und kein Investment. Sie finanzieren kurzfristigen Bargeldbedarf gegen eine konkrete Sache. Ob sich das für dich rechnet, hängt von Zinsen, Gebühren und deiner Einlösefähigkeit ab – das ist keine Steuer- oder Kreditberatung.

Deutschland: gesetzliche Obergrenzen. Für Pfandkredite gilt die [Pfandleiherverordnung (PfandlV)](https://www.gesetze-im-internet.de/pfandlv/__10.html). Nach § 10 PfandlV darf der monatliche Zins immer höchstens 1 % des Darlehensbetrags betragen – auch oberhalb von 300 €. Zusätzlich kann eine monatliche Betriebskosten-Vergütung (§ 10 Abs. 1 Nr. 2) vereinbart werden: Bis zu 300 € sind diese in der Anlage zur Verordnung gedeckelt, darüber frei vereinbar. Lies den Vertrag – dort stehen die konkreten Beträge. Typischerweise wird keine Schufa abgefragt, weil die Sache als Sicherheit dient.

Österreich: Vertrag und Betreiber prüfen. In Österreich ist das [Dorotheum Pfand](https://dorotheum-pfand.com/) der bekannte etablierte Betreiber – mit Palais in der Wiener Innenstadt und weiteren Filialen. Gesetzliche Zinsobergrenzen und Gebühren können sich von Deutschland unterscheiden. Wir erfinden hier keine österreichischen Satzungen – prüfe Konditionen im Vertrag und auf der Website des Betreibers.

Schweiz: kantonal geregelt. Die Pfandleihe folgt dem ZGB; in der Praxis sind es oft öffentliche Institutionen auf Kantons- oder Stadtebene. In Zürich ist die [Pfandleihkasse der Zürcher Kantonalbank](https://www.zkb.ch/de/ueber-uns/unser-unternehmen/unternehmensstruktur/pfandleihkasse.html) die öffentliche Anlaufstelle – kein privater Kettenbetrieb. Auch hier: keine erfundenen Zinssätze – die Konditionen stehen beim jeweiligen Betreiber.

Ablauf in der Praxis. Du bringst den Gegenstand, der Pfandleiher schätzt den Wert und macht ein Angebot. Du erhältst einen Pfandschein. Innerhalb der Laufzeit zahlst du Zinsen (und ggf. Gebühren) plus den Darlehensbetrag zurück – dann bekommst du die Sache zurück. Verpasst du die Frist, beginnt oft eine Karenzzeit, danach kann versteigert werden.

Wann es Sinn machen kann – und wann nicht. Ein Pfandkredit kann bei kurzfristigem Bedarf helfen, wenn du eine einlösbare Sache hast und keinen Ratenkredit willst. Er ist meist teurer als ein günstiger Ratenkredit auf lange Sicht und du riskierst den Verlust des Pfands. Für längerfristige Finanzierung sind Ratenkredite oder Umschuldung oft die bessere Rechnung – siehe [Kredite](/kredite).

Verzeichnis. Im [Pfandhaus-Verzeichnis](/kredite/pfandhaeuser) findest du verifizierte öffentliche und etablierte Betreiber in Deutschland, Österreich und der Schweiz – ohne erfundene Bestenlisten.

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Quellen

Häufige Fragen

Wird bei einem Pfandkredit die Schufa in Deutschland abgefragt?

Typischerweise nicht – die hinterlegte Sache sichert den Kredit. Das ersetzt keine individuelle Vertragsprüfung beim konkreten Betreiber.

Wie hoch dürfen die Zinsen in Deutschland sein?

Nach § 10 PfandlV höchstens 1 % des Darlehensbetrags pro Monat – unabhängig von der Darlehenshöhe. Die monatliche Betriebskosten-Vergütung (Anlage zu § 10 Abs. 1 Nr. 2) ist bis 300 € in der Anlage gedeckelt, oberhalb von 300 € frei vereinbar.

Was passiert, wenn ich nicht einlöse?

Nach Ablauf der Laufzeit und eventueller Karenzzeit kann das Pfand öffentlich versteigert werden. Du verlierst den Gegenstand; offene Forderungen hängen vom Vertrag ab.