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Steuern

Was die Tarifanpassung 2027 für dein Netto bedeutet

rieder-enterprises · 10. Juni 2026 · Aktualisiert 17. August 2026

Person prüft Gehaltsabrechnung und Steuerbescheid mit Taschenrechner
Der Grundfreibetrag steigt, die Eckwerte verschieben sich. Wir erklären den Abbau der kalten Progression – und wie du ihn schon heute durchrechnest.
Empfehlung der Redaktion

Hol dir dein Netto früher

Wenn du absehbar hohe Werbungskosten oder Sonderausgaben hast, lass dir einen Lohnsteuer-Freibetrag eintragen. Dann steigt dein monatliches Netto sofort, statt erst über die Erstattung im Folgejahr zurückzukommen.

Rechne deinen Tarif in der Steuer-Vorschau durch.

Der Referentenentwurf vom August 2026 sieht keinen vollständigen Ausgleich vor. Details und IW-Zahlen im aktuellen Stück [Kalte Progression: Die Steuerreform 2027 gleicht sie nicht voll aus](/magazin/steuern/kalte-progression-steuerreform-2027). Die folgende Prognose beschreibt den Mechanismus, nicht mehr den geltenden politischen Stand.

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Bis 2025 passte der Gesetzgeber den Einkommensteuertarif jährlich an die Inflation an, um die kalte Progression zu dämpfen. Konkret stiegen der Grundfreibetrag und die Tarifeckwerte.

Was kalte Progression überhaupt ist. Wenn dein Gehalt nur die Inflation ausgleicht, rutschst du trotzdem in höher besteuerte Bereiche – real hast du nicht mehr in der Tasche, zahlst aber mehr Steuern. Die jährliche Tarifverschiebung soll genau diesen schleichenden Effekt ausgleichen.

Was sich 2027 verschiebt. Der Grundfreibetrag (das steuerfreie Existenzminimum) steigt voraussichtlich weiter; die Eckwerte, ab denen höhere Grenzsteuersätze greifen, wandern nach oben. Die Grenzsteuersätze selbst – 14 % Eingangssatz, 42 % Spitzensatz und 45 % „Reichensteuer“ – bleiben unverändert (siehe Tabelle).

Der Effekt auf dein Netto. Bei gleichem Bruttogehalt zahlst du tendenziell etwas weniger, weil mehr Einkommen in niedriger besteuerte Zonen fällt. Die Entlastung ist meist moderat und liegt je nach Einkommen oft zwischen 100 und 400 € im Jahr.

Was du aktiv tun kannst. Prüfe Pauschalen und Freibeträge: den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (Werbungskosten ab 1.230 € lohnen die Einzelaufstellung), Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und – bei Kapitalerträgen – den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €. Wer absehbar hohe Werbungskosten oder Sonderausgaben hat, kann einen Lohnsteuer-Freibetrag eintragen lassen und bekommt netto monatlich mehr, statt auf die Erstattung zu warten.

Hinweis für Österreich. Auch Österreich hat die kalte Progression weitgehend abgeschafft und passt die Tarifstufen jährlich automatisch an. Die Logik ist vergleichbar: Eckwerte rauf, mehr Netto bei gleichem Brutto.

Mit dem Steuerrechner spielst du den voraussichtlichen Tarif für das kommende Jahr durch. Beachte: Werte für Folgejahre sind eine Prognose und keine amtlich festgesetzten Zahlen.

SteuernJetzt selbst rechnen: Steuerrechner

Grundfreibetrag (Deutschland), Entwicklung

JahrGrundfreibetrag (ledig)Status
202411.784 €gesetzlich festgelegt
202512.096 €gesetzlich festgelegt
202612.348 €gesetzlich festgelegt
2027ca. 12.600–12.900 €Prognose (Existenzminimumbericht)

Quellen

Häufige Fragen

Wann sollte ich meine Steuerlast schätzen?

Am besten früh im Jahr statt erst vor der Abgabe. So erkennst du rechtzeitig, ob Rücklagen oder Investitionen sinnvoll sind. Die Steuer-Vorschau liefert eine schnelle Orientierung.

Wie genau ist die Steuer-Schätzung?

Sie ist eine vereinfachte Hochrechnung zur Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung. Für die verbindliche Berechnung sind Finanzamt bzw. Steuerberatung zuständig.

Sind meine Eingaben sicher?

Die Berechnung läuft in deinem Browser. In der Gratis-Version bleiben deine Angaben auf deinem Gerät; mit Abo werden sie verschlüsselt in der Cloud (Google Firebase / Cloud Firestore) synchronisiert.