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Steuern

Pendlerpauschale 2026: Ab dem ersten Kilometer 38 Cent

rieder-enterprises · 04. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Seit 1. Januar 2026 gilt die Entfernungspauschale einheitlich mit 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Bei 20 Kilometern Arbeitsweg sind das laut BMF 352 Euro mehr Werbungskosten im Jahr.

Empfehlung der Redaktion

Kilometer und Tage notieren

Schreib dir einfache Zahl auf: einfache Entfernung Wohnung-Arbeit in Kilometern mal Arbeitstage 2026. Daraus siehst du, ob die neue Pauschale dich über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag hebt.

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Seit dem 1. Januar 2026 bekommst du für den Weg zur Arbeit 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Vorher galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer. Bei 20 Kilometern einfacher Entfernung und einer Fünf-Tage-Woche sind das laut Bundesfinanzministerium 352 Euro mehr Werbungskosten im Jahr.

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Was ändert sich bei der Pendlerpauschale 2026?

Die Entfernungspauschale, oft Pendlerpauschale genannt, ist kein Zuschuss vom Staat aufs Konto. Du setzt sie in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten an. Sie gilt für den einfachen Weg von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte, nicht für Hin und Zurück.

Bis Ende 2025 lag der Satz bei 30 Cent für die ersten 20 Kilometer und 38 Cent ab dem 21. Kilometer. Ab 2026 gilt einheitlich 38 Cent ab Kilometer 1. Das schreibt das Bundesfinanzministerium auf seiner Seite zu den steuerlichen Änderungen 2026.

Der Bund rechnet mit einer Entlastung von rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2026 und ab 2027 mit rund 1,9 Milliarden Euro pro Jahr. Die Zahl beschreibt die Summe über alle Betroffenen, nicht dein persönliches Netto.

Wie viele Euro mehr Werbungskosten bringt die neue Regel?

Das BMF nennt Beispiele unter der Annahme, dass deine übrigen Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag schon überschreiten. Sonst wirkt die Erhöhung erst, wenn du mit allen Werbungskosten über die Pauschale kommst.

Bei 10 Kilometern Arbeitsweg und einer Fünf-Tage-Woche ergibt die neue Regel 176 Euro zusätzliche Werbungskosten im Jahr. Bei 20 Kilometern sind es 352 Euro. Wer nur 5 Kilometer fährt, kann laut BMF eine Pauschale von 418 Euro ansetzen, das sind 88 Euro mehr als zuvor.

Die Rechnung dahinter ist linear: Entfernung in Kilometern mal 0,38 Euro mal Arbeitstage. 20 Kilometer mal 0,38 Euro sind 7,60 Euro am Tag. Bei 230 Arbeitstagen wären das 1.748 Euro. Ob davon nach dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag noch etwas übrig bleibt, entscheidet deine Steuererklärung.

Wann wirkt die Pendlerpauschale überhaupt auf deine Steuer?

Angestellte starten mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Erst Werbungskosten darüber senken das zu versteuernde Einkommen. Die Pendlerpauschale hilft dir also nur spürbar, wenn Fahrten, Arbeitsmittel, Fortbildung oder Homeoffice-Tage zusammen über dieser Pauschale liegen.

Du brauchst keine Tankquittungen für die Pauschale. Du brauchst eine nachvollziehbare Entfernung und die Zahl der Arbeitstage. Wer mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Bahn pendelt, kann dieselbe Kilometerpauschale nutzen. Für Fahrgemeinschaften gelten besondere Regeln zur Aufteilung.

Die Entfernung zählt einmal pro Arbeitstag, auch wenn du mittags nach Hause fährst. Zweitwohnungen und doppelte Haushaltsführung folgen anderen Vorschriften. Details stehen im Einkommensteuergesetz und in den BMF-Schreiben zur Entfernungspauschale.

Was ist die Mobilitätsprämie und für wen bleibt sie?

Steuerpflichtige mit geringeren Einkünften behalten nach 2026 die Mobilitätsprämie, weil die zeitliche Befristung aufgehoben wurde. Die Prämie hilft, wenn die Pendlerpauschale in der Steuererklärung kaum oder nicht wirkt, weil wenig oder keine Einkommensteuer anfällt.

Die Mobilitätsprämie ersetzt die Pauschale nicht für alle. Für die meisten Angestellten mit Steuerlast bleibt der Weg über die Werbungskosten entscheidend. Ob die Prämie für dich greift, hängt von Einkommen und Steuerfestsetzung ab.

Checkliste: So nutzt du die Pendlerpauschale 2026

1. Einfache Entfernung messen. Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte, kürzeste Straßenverbindung, einmal, nicht Hin und Zurück.

2. Arbeitstage 2026 zählen. Krankheit, Urlaub und Homeoffice-Tage ohne Fahrt zählen nicht als Pendeltage.

3. Mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag vergleichen. Nur der Betrag darüber mindert die Steuer.

4. Andere Werbungskosten sammeln. Arbeitsmittel, Fortbildung und Berufskleidung können dich über die Pauschale heben.

5. ELSTER oder Software vorbereiten. Die Felder zur Entfernungspauschale gehören in die Anlage N.

6. Tarifänderungen 2026 mitdenken. Parallel steigen Grundfreibetrag und andere Eckwerte. Mehr dazu in Kalte Progression und Tarif und Jahressteuergesetz 2026.

7. Kein automatisches Extra-Netto erwarten. Die Lohnsteuer ändert sich nicht von allein. Der Effekt kommt über die Erklärung oder eine Anpassung der Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte.

Dieser Text erklärt die Regelung und ersetzt keine Steuerberatung. Weitere Einordnungen findest du in der Rubrik Steuern.

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Pendlerpauschale 2026: zusätzliche Werbungskosten laut BMF

Einfache EntfernungZusätzliche Werbungskosten / JahrHinweis
5 km+88 EuroGesamtpauschale dann 418 Euro
10 km+176 EuroFünf-Tage-Woche, BMF-Beispiel
20 km+352 EuroFünf-Tage-Woche, BMF-Beispiel

Quellen

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2026?

Einheitlich 38 Cent pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer. Vorher galt 38 Cent erst ab dem 21. Kilometer.

Bekomme ich die 38 Cent bar ausgezahlt?

Nein. Die Pendlerpauschale ist ein Werbungskostenansatz in der Einkommensteuererklärung. Sie senkt nur dann die Steuer, wenn deine Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen oder andere Voraussetzungen greifen.

Wie viel mehr bringt die neue Regel laut BMF?

Bei 10 Kilometern und Fünf-Tage-Woche 176 Euro zusätzliche Werbungskosten im Jahr, bei 20 Kilometern 352 Euro, bei 5 Kilometern 88 Euro mehr (dann 418 Euro Gesamtpauschale). Voraussetzung in den BMF-Beispielen: die übrigen Werbungskosten überschreiten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag schon.

Gilt die Pauschale auch für Bahn und Fahrrad?

Ja. Die Entfernungspauschale hängt nicht vom Verkehrsmittel ab. Für Fahrgemeinschaften und spezielle Fälle gelten eigene Regeln.

Was ist die Mobilitätsprämie?

Eine Ergänzung für Steuerpflichtige mit geringeren Einkünften. Ihre zeitliche Befristung wurde aufgehoben, sie bleibt auch nach 2026. Sie hilft vor allem, wenn die Pendlerpauschale in der Steuer kaum wirkt.