WohnBarometer Q3: In 5 Metropolen fallen die Kaufpreise
rieder-enterprises · 03. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
ImmoScout24 meldet für Q3 2026 stabile bis leicht steigende Kaufpreise bundesweit, aber weniger Kaufanfragen und mehr Mietinteresse. In Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart sinken Bestandswohnungs-Preise im Quartalsvergleich.

ImmoScout24 meldet für Q3 2026 stabile bis leicht steigende Kaufpreise bundesweit, aber weniger Kaufanfragen und mehr Mietinteresse. In Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart sinken Bestandswohnungs-Preise im Quartalsvergleich.
Finanzierung und Region zusammen rechnen
Vergleiche Angebotspreis, Nebenkosten und deinen effektiven Bauzins für dein Bundesland. Ein niedrigerer Quadratmeterpreis in einer anderen Stadt hilft nur, wenn Rate und Tilgung in deinem Budget bleiben.
Darlehensrechner öffnen →Zwischen Mai und September 2026 gehen die Kaufanfragen bundesweit um 7 Prozent zurück, während die Mietanfragen um 12 Prozent steigen: Das ImmoScout24 WohnBarometer für das dritte Quartal 2026 zeigt, wie höhere Baufinanzierungszinsen die Nachfrage verschieben. Gleichzeitig sinken die Angebotspreise für Bestandswohnungen im Quartalsvergleich in fünf der acht Metropolen, bundesweit steigen sie aber leicht. Wer kaufen will, rechnet heute Zins, Region und Mietalternative in einer Tabelle.
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Warum sinkt die Kaufnachfrage, während Mietanfragen steigen?
ImmoScout24 veröffentlichte den Report am 2. Oktober 2026. Die Plattform wertet laut Methodik mehr als 8,5 Millionen Inserate der letzten fünf Jahre aus und leitet daraus Referenzpreise für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern ab. Es sind Angebotspreise, keine Notarpreise oder tatsächlich gezahlte Summen.
Als Treiber nennt das Unternehmen Baufinanzierungszinsen von aktuell rund 4,3 Prozent bei zehn Jahren Zinsbindung. Das ist keine individuelle Offerte, sondern ein Marktindikator aus dem WohnBarometer. Dein effektiver Zins hängt von Beleihungsauslauf, Objekt und Bonität ab. Orientierung zu Anschluss und Timing findest du im Ratgeber zu Bauzinsen und Anschlussfinanzierung.
Die Nachfrage nach Kaufimmobilien liegt im dritten Quartal 2026 unter dem zweiten Quartal: in den acht Metropolen minus 9 Prozent, im Umland minus 8 Prozent, in kreisfreien Städten minus 6 Prozent und auf dem Land minus 2 Prozent. In allen Regionstypen liegt die Nachfrage laut ImmoScout24 aber noch über dem Niveau des dritten Quartals 2023.
Wie entwickeln sich die Kaufpreise bundesweit?
Parallel gewinnt der Mietmarkt an Zug. Zwischen Mai und September sinken die Kaufanfragen im bundesweiten Durchschnitt um 7 Prozent, die Mietanfragen steigen um 12 Prozent. Das passt zum Bild höherer Finanzierungskosten: Wer die monatliche Belastung nicht tragen will oder kann, bleibt länger Mieter oder sucht aktiv Mietwohnungen.
Bundesweit steigen die Angebotspreise für Bestandswohnungen im dritten Quartal 2026 um 0,3 Prozent auf 2.653 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich liegen sie 4,1 Prozent höher. Bestandshäuser verteuern sich um 0,5 Prozent auf 2.955 Euro pro Quadratmeter, plus 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wo fallen Bestandswohnungs-Preise in den Metropolen?
Im zweiten Quartal 2026 seien die Preise in allen acht Metropolen noch gestiegen, schreibt ImmoScout24. Im dritten Quartal dreht sich das Bild bei Bestandswohnungen: In fünf Städten gehen die Angebotspreise zurück, in drei steigen sie. Berlin und Hamburg verzeichnen jeweils minus 1,5 Prozent, Frankfurt am Main minus 1,0 Prozent, München und Stuttgart jeweils minus 0,4 Prozent. Düsseldorf legt um 1,0 Prozent zu, Leipzig um 0,7 Prozent, Köln um 0,3 Prozent.
Im Jahresvergleich liegen die Metropolenpreise für Bestandswohnungen in sieben von acht Städten über dem Vorjahr. München bleibt mit 8.309 Euro pro Quadratmeter die teuerste Metropole, Frankfurt am Main folgt mit 5.385 Euro. Leipzig hat mit 3.074 Euro das niedrigste Niveau unter den acht Metropolen. Ein günstigerer Quadratmeter dort bedeutet nicht automatisch eine günstigere Gesamtfinanzierung, wenn du umziehen oder pendeln musst.
Was passiert mit Neubau-Angebotspreisen?
Neubauwohnungen steigen bundesweit um 0,7 Prozent auf 4.196 Euro pro Quadratmeter, im Jahresvergleich plus 2,5 Prozent. Neubauhäuser kosten im Angebot 3.975 Euro pro Quadratmeter, plus 0,6 Prozent im Quartal und plus 2,5 Prozent im Jahr. In den Metropolen entwickeln sich Neubauwohnungen laut Report uneinheitlich: vier Städte mit Preisanstieg, vier mit leichtem Rückgang.
„Die höheren Finanzierungskosten verschieben die Nachfrage spürbar: Gerade in den Metropolen orientieren sich Kaufinteressierte wieder stärker Richtung Mietmarkt. Gleichzeitig ziehen die Angebotspreise bundesweit leicht an. Umso wichtiger ist es für Kaufinteressierte, regional genau hinzuschauen und die eigene Finanzierung realistisch zu bewerten“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.
Was solltest du bei Zins und Region prüfen?
Für dich heißt das: Der bundesweite Pluswert maskiert lokale Rücksetzer. Wer in Berlin, Hamburg oder Frankfurt sucht, sieht im Angebot andere Dynamik als in Düsseldorf oder Leipzig. Rechne deshalb nicht mit dem Deutschland-Durchschnitt, sondern mit deiner Zielstadt und deinem Finanzierungsangebot. Den Gesamtbelastungs-Check startest du in der Rubrik Kredite und im Darlehensrechner.
Zuschüsse und Landesprogramme können die Rechnung verändern, ersetzen aber keinen tragfähigen Zins. Überblick zu Antragswegen in Deutschland und Österreich findest du bei Wohnbauförderung. Wer an Zuschüssen für den Erwerb denkt, sollte die aktuellen Programme prüfen, nicht alte Eigenheimzulagen-Meldungen: dazu der Ratgeber Zuschuss Hauskauf und Eigenheimzulage.
Checkliste: Kauf, Miete oder warten
1. Quartalspreis und Angebot zählen. Das WohnBarometer misst Angebotspreise, nicht jeden verkauften Vertrag. Ein Minus im Quartal heißt nicht, dass jedes Objekt günstiger wurde.
2. Zins an dein Angebot koppeln. 4,3 Prozent sind ein Marktwert für zehn Jahre Bindung im Report, nicht dein persönlicher Satz.
3. Miete als Alternative rechnen. Steigende Mietanfragen können die Mietpreise in beliebten Stadtteilen nach oben ziehen. Vergleiche Gesamtkosten über mehrere Jahre, nicht nur die erste Monatsrate.
4. Nebenkosten und Förderung einplanen. Kaufnebenkosten, Instandhaltung und mögliche Zuschüsse gehören in dieselbe Tabelle wie Tilgung.
5. Region wechseln nur mit Plan. Günstigere Metropolen locken, Job und Infrastruktur bleiben.
Dieser Text erklärt Marktdaten und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Rechtsberatung. Weitere Ratgeber findest du unter Immobilien.
ImmobilienJetzt selbst rechnen: Immobilien-Portfolio →Bestandswohnungen: Preisentwicklung Q3 2026 gegenüber Q2 (Metropolen)
| Metropole | Quartalsvergleich |
|---|---|
| Berlin | -1,5 % |
| Hamburg | -1,5 % |
| Frankfurt am Main | -1,0 % |
| München | -0,4 % |
| Stuttgart | -0,4 % |
| Düsseldorf | +1,0 % |
| Leipzig | +0,7 % |
| Köln | +0,3 % |
Quellen
Häufige Fragen
Warum sinken Kaufpreise in manchen Metropolen, obwohl Deutschland insgesamt steigt?
Bundesweit steigen die Angebotspreise für Bestandswohnungen im Q3 2026 nur leicht um 0,3 Prozent, in fünf Metropolen fallen sie im Quartalsvergleich. ImmoScout24 führt die schwächere Kaufnachfrage unter anderem auf höhere Finanzierungszinsen zurück, die Nachfrage verschiebt sich stärker Richtung Miete.
Wie stark ist die Kaufnachfrage zurückgegangen?
Im Vergleich zum zweiten Quartal 2026 liegt die Nachfrage in den acht Metropolen um 9 Prozent niedriger, im Umland um 8 Prozent, in kreisfreien Städten um 6 Prozent und ländlich um 2 Prozent. Zwischen Mai und September sinken die Kaufanfragen bundesweit um 7 Prozent.
Welche Bauzinsen nennt das WohnBarometer?
Im Report liegen die Baufinanzierungszinsen bei etwa 4,3 Prozent für eine Zinsbindung von zehn Jahren. Das ist ein Marktindikator aus dem WohnBarometer, kein verbindliches Angebot für einzelne Kreditnehmer.
Was kosten Bestandswohnungen in München und Leipzig?
Laut ImmoScout24 kosten Bestandswohnungen in München im Q3 2026 im Angebot 8.309 Euro pro Quadratmeter, in Leipzig 3.074 Euro. München bleibt damit die teuerste der acht Metropolen, Leipzig die günstigste.
Steigen die Mietanfragen wirklich?
Ja. Zwischen Mai und September 2026 steigen die Mietanfragen im bundesweiten Durchschnitt um 12 Prozent, während die Kaufanfragen um 7 Prozent sinken, laut ImmoScout24 WohnBarometer Q3 2026.
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