Frühstartrente: 10 Euro pro Monat für Kinder ab 2027 - was Eltern tun müssen
rieder-enterprises · 05. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Ab 1. Januar 2027 soll der Bund für Kinder vom 6. bis 18. Geburtstag monatlich 10 Euro in ein Standarddepot zahlen. Das BMF rechnet bei 7 Prozent Rendite mit rund 53.000 Euro bis 65. Der Gesetzentwurf liegt seit 25. September im Bundestag.

Ab 1. Januar 2027 soll der Bund für Kinder vom 6. bis 18. Geburtstag monatlich 10 Euro in ein Standarddepot zahlen. Das BMF rechnet bei 7 Prozent Rendite mit rund 53.000 Euro bis 65. Der Gesetzentwurf liegt seit 25. September im Bundestag.
Steuer-ID des Kindes bereitlegen
Für den Vertrag ab 2027 brauchst du die Steuer-Identifikationsnummer deines Kindes. Such das Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern jetzt heraus und spiel mit dem Zinsrechner durch, was 10 oder 20 Euro im Monat über Jahrzehnte bewegen.
Zinsrechner öffnen →Der Staat will deinem Kind ab 2027 jeden Monat 10 Euro ins Depot legen. Direkt beim Kind landet das Geld aber nur, wenn du dafür ein neues Standarddepot eröffnest. Das Kinderdepot, das du vielleicht schon hast, zählt nicht.
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Was ist die Frühstartrente und wann startet sie?
Die Frühstartrente ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung. Das Kabinett hat ihn am 12. August 2026 beschlossen, der Bundestag hat ihn am 25. September 2026 in erster Lesung beraten und an den Finanzausschuss überwiesen (Drucksache 21/7864). Laut Bundesfinanzministerium soll das Verfahren noch 2026 abgeschlossen werden. Beschlossen ist es noch nicht.
Geplant ist: Für jedes Kind zahlt der Bund vom 6. bis zum 18. Geburtstag 10 Euro pro Monat ein. Das sind 12 Jahre mal 120 Euro, zusammen 1.440 Euro. Eigene Beiträge der Eltern sind dafür nicht nötig.
Der Start ist für den 1. Januar 2027 geplant, zuerst für die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021. Für Kinder aus dem Jahrgang 2020 soll das Geld rückwirkend ab 1. Januar 2026 fließen. Ab 2028 kommt jedes Jahr der Jahrgang dazu, der in diesem Jahr sechs wird. Wer vor 2020 geboren ist, bekommt keine Förderung. Der Bund kalkuliert für 2027 mit 198 Millionen Euro, bis 2030 sollen die Kosten auf 411 Millionen Euro steigen.
Wie viel kann aus 10 Euro im Monat werden?
Das BMF hat im Monatsbericht September 2026 durchgerechnet, was aus der Förderung werden kann. Annahme: 7 Prozent Wertentwicklung pro Jahr nach Kosten, laut BMF die langjährige Durchschnittsrendite weltweit gestreuter Aktienanlagen. Ohne einen Euro von den Eltern stehen mit 18 rund 2.200 Euro im Depot, mit 65 rund 53.000 Euro.
Die 53.000 Euro sind nominal. Bei 2 Prozent Inflation entsprechen sie laut BMF rund 19.400 Euro heutiger Kaufkraft. Legen Eltern 50 Euro im Monat dazu, kommt das Ministerium auf rund 320.000 Euro mit 65. Das sind Modellwerte vor Steuern. Einen Anspruch auf diese Rendite gibt es nicht, Kurse können auch über Jahre fallen.
Der Hebel ist die Zeit, nicht der Betrag. Zwischen dem Ende der Förderung mit 18 und dem Rentenbeginn mit 65 liegen 47 Jahre, in denen das Geld nur über den Zinseszins wächst. Mit dem Zinsrechner kannst du eigene Annahmen durchspielen, zum Beispiel mit 4 statt 7 Prozent.
Was ist ein Standarddepot und was darf es kosten?
Gefördert wird nur ein zertifizierter Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge auf den Namen des Kindes. Jeder Anbieter von Altersvorsorgeverträgen muss so ein Produkt anbieten. Die Effektivkosten sind in der Ansparphase auf 1 Prozent pro Jahr gedeckelt. Bis zur Volljährigkeit dürfen keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen.
Das Standarddepot spart in zwei Fonds, die der Anbieter vorab festlegt: einen vorsichtigen Sicherheitsbaustein und einen Renditebaustein mit mehr Risiko. Du musst keine Einzelentscheidungen treffen. Wie ein klassischer Sparplan in einen ETF funktioniert, erklärt unser Artikel zur ETF-Sparplan-Strategie.
Der Deckel von 1 Prozent ist eine Obergrenze, kein Preis. Über Jahrzehnte frisst jeder Zehntelprozentpunkt Kosten einen spürbaren Teil des Endwerts. Vergleich deshalb die ausgewiesenen Effektivkosten, sobald Anbieter ab 2027 Verträge zeigen.
Was müssen Eltern tun, damit das Geld ankommt?
Laut BMF musst du keinen gesonderten Antrag stellen. Du schließt ab dem 1. Januar 2027 einen Standarddepot-Vertrag für das Kind ab und gibst dabei die steuerliche Identifikationsnummer des Kindes an. Der Anbieter beantragt die Förderung automatisch, die Voraussetzungen werden papierlos geprüft. Schulbescheinigungen brauchst du nicht.
Ein bestehendes Kinder- oder Juniordepot kann die Frühstartrente nicht empfangen. Gefördert wird pro Kind nur ein Vertrag. Maßgeblich ist der erste Wohnsitz des Kindes in Deutschland, nicht der Wohnsitz der Eltern.
Machst du nichts, verfällt das Geld nicht. Der Bund legt die 10 Euro dann gesammelt am Kapitalmarkt an, verwaltet von der Deutschen Bundesbank, vor allem in Aktien oder Aktienfonds. Für den Jahrgang 2020 startet diese kollektive Anlage 2028. Das Kind kann das Startkapital samt Erträgen bis zum 35. Geburtstag auf einen eigenen Vertrag holen. Ein Zurück vom eigenen Depot in die Sammelanlage gibt es nicht, Zuzahlungen in die Sammelanlage auch nicht.
Wie flexibel ist das Geld später?
Die geförderten 10 Euro und ihre Erträge sind fürs Alter gesperrt. Eine Auszahlung ist grundsätzlich nicht vor dem 65. Geburtstag möglich, also kein Führerschein und kein Studium aus diesem Topf. Die Erträge bleiben bis zur Auszahlung steuerfrei, besteuert wird erst im Alter nach dem persönlichen Einkommensteuertarif statt laufend mit 25 Prozent Abgeltungsteuer.
Eltern, Großeltern oder andere Personen dürfen zusammen bis zu 6.840 Euro pro Jahr zuzahlen. Diese Zuzahlungen und ihre Erträge können laut BMF nach den Vertragsregeln entnommen werden, die Erträge werden dann versteuert. Einen Sonderausgabenabzug bekommen Oma und Opa für ihre Einzahlung nicht.
Mit 18 endet die Förderung. Das Depot kann mit eigenen Beiträgen weiterlaufen oder in einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag wechseln. Wer schon in der Ausbildung rentenversichert ist und selbst einzahlt, kann laut BMF parallel Zulagen bekommen, unter 25 Jahren dazu einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus.
Checkliste: So bereitest du dich auf 2027 vor
1. Geburtsjahr prüfen. Jahrgang 2020 oder 2021: Förderung ab 2027 geplant, für 2020 rückwirkend ab Januar 2026. Ältere Kinder bekommen keinen Zuschuss.
2. Steuer-ID des Kindes heraussuchen. Sie steht im Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern, das nach der Geburt kommt, und wird beim Vertragsabschluss gebraucht.
3. Kein neues Kinderdepot nur wegen der Förderung eröffnen. Der Zuschuss fließt ausschließlich in zertifizierte Standarddepots, und die gibt es erst ab 1. Januar 2027.
4. Effektivkosten vergleichen. Der Deckel liegt bei 1 Prozent. Jeder Anbieter muss das Standarddepot anbieten, du hast also die Wahl.
5. Zuzahlung realistisch planen. Schon 10 Euro extra im Monat verdoppeln im BMF-Modell den Endwert. Erst den Notgroschen sichern, dann fürs Kind sparen.
6. Gesetzgebung verfolgen. Die Frühstartrente ist noch nicht beschlossen. Details können sich im Bundestag ändern.
Der Staat legt 1.440 Euro hin. Ob daraus nach Jahrzehnten 53.000 Euro werden, entscheiden Kosten, Markt und ob du den Vertrag überhaupt abschließt. Dieser Text erklärt den Gesetzentwurf und ersetzt keine Anlageberatung. Mehr in der Rubrik Investieren.
InvestierenJetzt selbst rechnen: Probedepot →BMF-Modellrechnung Frühstartrente (7 Prozent Wertentwicklung pro Jahr, vor Steuern)
| Zuzahlung pro Monat | Einzahlungen bis 18 gesamt | Depotwert mit 18 | Depotwert mit 65 (nominal) | Mit 65 inflationsbereinigt |
|---|---|---|---|---|
| 0 Euro | 1.440 Euro | rund 2.200 Euro | rund 53.000 Euro | rund 19.400 Euro |
| 10 Euro | 2.880 Euro | rund 4.400 Euro | rund 107.000 Euro | rund 38.700 Euro |
| 20 Euro | 4.320 Euro | rund 6.600 Euro | rund 160.000 Euro | rund 58.100 Euro |
| 50 Euro | 8.640 Euro | rund 13.300 Euro | rund 320.000 Euro | rund 116.100 Euro |
Quellen
- Bundesfinanzministerium: Fragen und Antworten zur Frühstartrente (14.08.2026) ↗
- BMF-Monatsbericht September 2026: Frühstartrente (22.09.2026) ↗
- Deutscher Bundestag: Einführung einer Frühstartrente, erste Lesung 25.09.2026 ↗
- Bundestags-Drucksache 21/7864: Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Frühstartrente ↗
Häufige Fragen
Ab wann gibt es die Frühstartrente?
Geplant ist der 1. Januar 2027, zuerst für die Jahrgänge 2020 und 2021. Für den Jahrgang 2020 soll die Förderung rückwirkend ab 1. Januar 2026 eingezahlt werden. Das Gesetz ist noch im Bundestag.
Wie viel Geld gibt der Staat?
10 Euro pro Monat vom 6. bis zum 18. Geburtstag, zusammen 1.440 Euro pro Kind. Eigene Beiträge sind dafür nicht nötig.
Bekommt mein Kind Geld, wenn es vor 2020 geboren ist?
Nein. Ältere Jahrgänge bekommen keine Förderung. Eltern können trotzdem ein Standarddepot eröffnen, die Erträge bleiben dann bis zur Rente steuerfrei.
Muss ich einen Antrag stellen?
Nein. Du schließt ab 2027 einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag ab und gibst die Steuer-ID des Kindes an. Der Anbieter beantragt die Förderung automatisch.
Kann mein Kind das Geld mit 18 abheben?
Nein. Die geförderten Beträge und ihre Erträge sind grundsätzlich bis zum 65. Geburtstag gesperrt. Zuzahlungen von Eltern oder Großeltern können nach den Vertragsregeln entnommen werden, die Erträge darauf werden dann versteuert.
Was passiert, wenn ich kein Depot eröffne?
Das Geld geht nicht verloren. Der Bund legt es kollektiv über die Bundesbank an. Das Kind kann es samt Erträgen bis zum 35. Geburtstag auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen.


